Unter der Nachhaltigkeit wird im Allgemeinen die Generationengerechtigkeit verstanden. Zukünftige Generationen sollen unter der Bedürfnisbefriedigung der gegenwärtigen Generation keinen Nachteil in ihrer Lebensqualität erleiden. Die Lebensqualität ist dabei geprägt durch Ökologie, Umwelt, Soziales, Beziehungen, Kultur und Wirtschaftsethik.
Die UN hat in den letzten Jahren ihre Ambitionen zur Erreichung großer Ziele benannt, die letztendlich einen Wandel zur nachhaltigen Wirtschaft gleichkommen. Das Zielsystem ist komplex, es umfasst schließlich nicht nur ökologische sondern auch soziale und ethische Aspekte. Des Weiteren schließt die Politik explizit auch Verhaltensweisen im unternehmerischen Handeln mit ein. Durch die globalen Zusammenhänge des Klimas, der Ökologie und der Wirtschaftsaktivität sind implizit alle Nationen gleichermaßen beteiligt und gefordert. Ein großes Oberziel, das konkurrierende Unterziele enthält.
Die Politik forciert aktuell stärker denn je die Umsetzung. Sie schreibt Großkonzernen die so genannte non-financial Berichterstattung vor, worin es inhaltlich vor allem um die Nachhaltigkeit eines Unternehmens geht. Früher war dieses freiwillig, heute ist es Pflicht für größere Unternehmen. Banken sollen zukünftig die Nachhaltigkeit in die Vermögensberatung der Privatkunden integrieren. Sie sollen auch die Nachhaltigkeitsrisiken in das Risikomanagement integrieren. Die Kreditkosten der Bankkunden sind genau davon abhängig und werden beeinflusst werden. Die Margen werden zukünftig also adjustiert in Abhängigkeit von der Nachhaltigkeit eines Unternehmens oder einer ganzen Branche, wie stark wird sich zeigen.
Man wird sich verändern oder auch anpassen müssen. Der Anpassungsprozess von der gegenwärtigen “schwachen Nachhaltigkeit” zur erstrebten “vollkommenen Nachhaltigkeit” ist die Transformation von der oft gesprochen wird. Transformiert werden also “dreckige” in “saubere” Technologien. Transformiert wird auch Soziales, wie beispielsweise die Gleichstellung mit vielen Ausprägungen (Geschlecht, Herkunft, Religion). Zu guter Letzt der faire Wettbewerb und gerechte, verantwortungsvolle Unternehmensführung. Das Erreichen des großen Zieles kommt einer herausfordernden Transformation gleich. Charles Darwin hat das bereits gesagt, was nun auf Unternehmen zukommt: “Es ist nicht die stärkste Spezies, die überlebt, auch nicht die intelligenteste, aber diejenige, die am anpassungsfähigsten auf Veränderungen reagiert.“ Die Transformation initiiert gigantische Veränderungsprozesse. Die Unternehmer, Lenker und Verantwortliche mögen über Nachhaltigkeit persönlich denken was sie wollen, wer Darwin nicht im Kopf hat, wird sein Unternehmen vermutlich in turbulentes Fahrwasser lenken. Unternehmer haben mit den politischen Richtlinien gar keine andere Möglichkeit mehr als sich der Nachhaltigkeit zu stellen und diese anzugehen.
Was heißt das für die Nachhaltigkeit?
Es wird kleine Schritte geben müssen, ein “Zug um Zug Geschäft”, aus Anbietern und Nachfragern. Ein Unternehmen kann nicht alleine die notwendigen Schritte gehen, es bedarf eines Gleichschrittes aus dem Wettbewerb. Aber auch von denen, die diese Dienstleister beanspruchen, etwa durch Anforderungen und verlangter Mindeststandards – global natürlich, das versteht sich im Kontext der Nachhaltigkeit fast von selbst. Die Rufe nach politischen Vorgaben werden kommen.
Er muss ein Gleichschritt aller Beteiligten vollzogen werden. Das geht nur ganzheitlich, ein gesellschaftlicher Wandel hin zur Nachhaltigkeit ist notwendig und sollte von der Politik nicht einseitig durch Bankvorgaben initiiert oder abverlangt werden. Es muss auch bei den Unternehmen und den Haushalten ankommen. Insbesondere müssen Unternehmen (allen voran die KMU und Kleinstunternehmen) darauf vorbereitet werden, Informationen zur Nachhaltigkeit zu liefern. Da stellt sich nun eine zugegebenermaßen fast zynische Frage: Muss ein Kioskbetreiber zukünftig Informationen darüber liefern wie seine angepriesenen Produkte (“Schmuddelblätter”, “Tabak”, “Alkohol”) zur Nachhaltigkeit passen, die ja gerade diese Themen idealerweise ausschließt? Wieviel CO2 verbraucht also ein Kiosk und haben seine Hilfskräfte einen fairen Arbeitsvertrag und familienfreundliche Arbeitszeiten?
Banken stecken in der Zwickmühle: Sie finanzieren die “alte Welt” und müssen nun die “neue Welt” beurteilen. Sie müssen sich also Wissen aufbauen darüber, wie die Wirtschaftstransformation genau aussieht. Sie muss Nachhaltigkeitsrisiken bewerten. Zukünftig also nicht mehr nur aus der Vergangenheit heraus (Jahresabschlussdaten) sondern über die Bewertungen der zukünftig etablierten Technologien. Mittelfristig wird das gesamtheitliche Produkt und Dienstleistungsspektrum ein neues Bild aufzeigen. Es werden nicht alle Produkte überleben (Plastikstrohhalme, Atomenergie, Verbrennungsmotoren) und es wird neue Produkte geben. Für Banken ist das eine Gratwanderung mit hohen Ansprüchen in der Kommunikation (wegen der “alten Welt”) und technologischer Weitsicht (wegen der “neuen Welt”). Fehlbeurteilungen sind aus Sicht der Bank möglicherweise sehr teuer.
Es bleibt viel zu tun.
arkenscore.com ist eine Unternehmensberatung mit dem Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit und Organisationsentwicklung. Arkenscore hat die Selbstauskunft zur Nachhaltigkeit für Privatkunden ins Leben gerufen. Sie wird bereits von Banken und Vermögensverwaltern im Vermögensberatungsprozess eingesetzt.
arkenfolio.com ist eine Informations-Plattform für Nachhaltigkeit und Vermögen. Arkenfolio ist der erste Nutzer der Selbstauskunft zur Nachhaltigkeit und bietet Fondssteuerung auf dieser Grundlage seinen Nutzern an.


